Projekt von Mira Langer, Hochschule für Künste Bremen, Masterstudentin Integrated Design.
An dem Forschungsvorhaben von Annette Gilbert nimmt eine Vielzahl an Hochschulen in Deutschland an dem Projekt „Schwarzer Markt für rote Bücher“ teil. Dabei schauen die Teilnehmenden aus verschiedenen Blickwinkeln aus den unterschiedlichen Studiengängen der Literaturwissenschaft, Germanistik, Kulturwissenschaft, Soziologie aber auch der Rechtswissenschaft, Wissensgeschichte, Publizistik, … auf das Thema der Raubdrucke.
Das ethische Glossar ist weniger ein ethisches Nachschlagewerk sondern mehr ein offener Raum um Gedanken zu sammeln und zu teilen und sich über Raubdrucke auszutauschen: Eine offene Sammlung von verschiedenen Dingen über Raubdrucke und die Bewegung dahinter ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Der Begriff „ethisch“ wird hier weiter gefasst genutzt – die Idee des alternativen Glossars baut auf der Arbeit mit der Raubdruckbewegung auf. Der Umgang mit Raubdrucken bringt viele ethische Fragen auf. Dabei unterscheiden sich die Antworten aufgrund der verschiedenen Standpunkte.Beispiel: Urheberrecht und die Positionen der Jusristen, Studierenden und Autoren. Es ist aber wichtig zu sagen, dass es nicht die eine klare Definition für die Begriffe in diesem Glossar gibt, sondern eher verschiedene Sichtweisen & Gedanken. Deswegen ist es ein Ort, in dem Beiträge nebeneinander gestellt und ergänzt – nicht überschrieben – werden.
SCHWARZER MARKT FÜR ROTE BÜCHER
Initiiert von Annette Gilbert, sind Kolleg:innen verschiedener Universitäten (Berlin, Marburg, Augsburg und Bremen) im Projekt „Schwarzer Markt für rote Bücher“ eingeladen,
sich mit „einer ‚alternativen‘ Form der Literatur- und Buchproduktion: dem Raub- bzw. Nachdruck, der ohne Wissen oder Erlaubnis der Autor:innen bzw. Verlage erfolgt.
Es gibt ihn seit Erfindung des Buchdrucks, v.a. Bestseller-Autoren hatten damit zu kämpfen, darunter Luther, Grimmelshausen, Klopstock, Goethe, Wilhelm Busch oder Karl May.
Einen neuen Höhepunkt erlebte der Raubdruck mit der studentischen und linken Bewegung Ende der 1960er Jahre. Im Zentrum stand der Kampf gegen das Urheberrecht, das als überkommenes
Relikt einer bürgerlichen Epoche galt, wie es sich exemplarisch im Namen des Raubdruckverlags „Zerschlagt das bürgerliche Copyright“ zeigt. Der Idee des Privateigentums setzten die
Raubdrucker mit ihren ‚sozialisierten Drucken‘ die Idee eines Kollektiveigentums entgegen.”*
*Annette Gilbert